Energiesparen mit Köpfchen in St. Johann in Tirol

12.05.2025

Ein transparentes Energiemonitoring hilft der Panorama Badewelt, Energie zu sparen, und dabei den Komfort für die Badegäste zu erhalten.

© Panorama Badewelt

Energiemonitoring in St. Johann: Innovation für nachhaltige Zukunft

Die Marktgemeinde St. Johann in Tirol nimmt beim Thema Energieeffizienz eine Vorreiterrolle ein. Ein innovatives Energiemonitoring ermöglicht zeitnahe, faktenbasierte Entscheidungen, um Energie zu sparen.

Ende 2022 startete ein innovatives Monitoring der Wasser- und Energieverbräuche von Gemeindegebäuden. Hauptzähler wurden mit Sensoren ausgestattet, die mittels SIM-Karte Zählerstände an den Gemeindeserver senden. Diese Daten werden in einem Dashboard in Echtzeit für die jeweiligen Haustechniker bereitgestellt und ermöglichen so die Identifizierung von Problemstellen.

Energiebilanz ist jederzeit öffentlich einsehbar

Besonders bemerkenswert: Die Verbrauchsdaten stehen der Öffentlichkeit über ein eigenes Informationsportal zur Verfügung (https://energiemonitoring-stjohann.hub.arcgis.com). Hier können Bürger:innen nicht nur die Verbräuche der Gebäude ansehen, sondern auch detaillierte Informationen zu den Energieerzeugungsanlagen der Gemeinde abrufen.

Panorama Badewelt: Sparen ohne Komfortverlust

Ein Beispiel für den Nutzen des Monitorings zeigt sich bei der Panorama Badewelt, einem großen Energieverbraucher. Hier wurden bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt: thermische Sanierung, LED-Umstellung, Installation einer PV-Anlage mit 160.000 kWh Jahresertrag, Einbau beschichteter Filterpumpen für bis zu 43% Stromersparnis. Weiters wurde das Energiemonitoring im Rahmen der Erstellung eines Klimaneutralitätsfahrplans für die Gemeinde (gemeinsam mit der Universität Innsbruck) zur Untersuchung der Energiesparpotenziale der Panorama Badewelt herangezogen. Als wichtigste Empfehlung wurde bereits die Lüftungsanlage modernisiert, weitere Einsparungen werden nach und nach realisiert.

Allerdings ist bei einem komplexen System, wie einem Hallenbad, Vorsicht geboten. So kann eine Absenkung der Wassertemperatur, abhängig von der beheizten Wassermasse, zu einer unerwünscht hohen Abkühlung der Raumluft führen. Daraus resultiert möglicherweise eine drastische Verringerung des Komforts und damit einhergehend eine Einschränkung der Nutzbarkeit der Infrastruktur insgesamt.

EU unterstützt preisgekröntes Projekt

Das innovative E-Monitoring, das durch Mittel aus REACT-EU in Höhe von 72.000 EUR unterstützt wurde, wurde beim österreichischen Verwaltungspreis in der Kategorie „Ökologische Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Klimaschutz" ausgezeichnet.

Weitere Informationen: https://www.st.johann.tirol/innovation/energiemonitoring/

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